Reisebericht 4: Eine Reflexion über Führung und Vermächtnis
Letzte Woche hatte ich die außerordentliche Ehre, den Gouverneur der Reserve Bank of India, Shri Shaktikanta Das, am Hauptsitz der RBI in Mumbai zu treffen. Als ich im Besucherraum wartete, wurde meine Aufmerksamkeit auf eine bemerkenswerte Wand gelenkt - eine Wand, die mit Fotos aller früheren Gouverneure der RBI geschmückt war.
Obwohl ich schon immer von dem bedeutenden Erbe der RBI-Führungsriege wusste, wurde mir beim Anblick ihrer Porträts an einer einzigen Wand eine tiefe Erkenntnis zuteil: Ich saß in einem Raum, der das Rückgrat der wirtschaftlichen Entwicklung Indiens geprägt hat. Der Raum schien von der Weisheit, den Entscheidungen und den Opfern dieser Personen zu hallen, die direkt oder indirekt zu Indiens Wachstumsgeschichte beigetragen haben.
Seit 1935 hatte die Reserve Bank of India 26 Gouverneure, angefangen bei Sir Osborne Smith bis hin zum derzeitigen Gouverneur Shri Shaktikanta Das. Ein faszinierendes Detail: Unter ihnen befindet sich ein Bharat Ratna-Preisträger, Shri C.D. Deshmukh, zwei Padma Vibhushan-Preisträger, Dr. Manmohan Singh und Dr. I.G. Patel, und viele andere, die mit angesehenen internationalen Auszeichnungen geehrt wurden. Als ich das Bild von Dr. Raghuram Rajan - einem meiner Lieblingsökonomen - an dieser Wand sah, musste ich vor Bewunderung lächeln.
Als ich schließlich Shri Shaktikanta Das gegenübersaß, beeindruckte mich nicht nur seine souveräne Präsenz als Gouverneur der indischen Zentralbank, sondern auch seine Herzlichkeit und echte Neugierde. Trotz seines unglaublich vollen Terminkalenders nahm er sich die Zeit, mich nach meinem persönlichen Werdegang zu fragen. In diesem Moment fühlte ich mich ernst genommen und gehört.
Als ich später darüber nachdachte, wurde mir klar, dass dies ein Markenzeichen großartiger Führungskräfte ist. Wirklich außergewöhnliche Führungspersönlichkeiten gehen mit Menschen auf einer persönlichen Ebene in Kontakt, nicht weil es erwartet wird, sondern weil es ihnen wichtig ist. Ihre Neugier auf andere kommt von einem Ort der Authentizität, und das hinterlässt einen unauslöschlichen Eindruck.
Ich schätze mich glücklich, dass ich in meinem Leben vielen Führungskräften begegnet bin, die mir dieses Gefühl vermittelt haben. Ihr Einfluss hat mich dazu inspiriert, dies fortzusetzen. Ich habe mir vorgenommen, mir diese Eigenschaft der tiefen Verbundenheit mit anderen zu eigen zu machen - mir einen Moment Zeit zu nehmen, innezuhalten, zuzuhören und mein Gegenüber wirklich kennenzulernen.
Geht es bei der Führung nicht ebenso sehr um menschliche Beziehungen wie um Visionen und Maßnahmen?